Kosten-Nutzen

Hohes Versorgungsniveau

Österreich hat den Ruf, eines der besten Gesundheitssysteme mit einem sehr guten Zugang zu innovativer Medizin zu haben. Die Gesundheitsversorgung ist auf sehr hohem Niveau. Dafür investierte Österreich 2014 laut Pharmig 36,3 Milliarden Euro, was einem BIP-Anteil von 11 % entspricht.1

Diese Kosten sind vielfältiger Natur: Damit finanziert werden die stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung, Pflege, Rettungsdienste, pharmazeutische Güter und die Verwaltung. Der Arzneimittelbereich macht rund 12 % der Gesamtkosten aus.2

Mehrkosten oder Kostenersparnis?

Die Erforschung neuer Medikament ist aufwändig und teuer. Es dauert deutlich mehr als 10 Jahre und kostet etwa 1 Milliarde Euro, bis ein neues Krebsmedikament für den Markt zugelassen wurde. In dieser Zeit werden im Durchschnitt 99 von 100 Wirkstoffen wieder verworfen, an denen zwar geforscht wurde, die aber nicht die geforderten Effekte erzielten.

Durch die Personalisierte Medizin werden für ein Krankheitsbild nicht mehr nur ein Medikament entwickelt, sondern mehrere, die auf individuelle Faktoren abgestimmt sind. Dadurch steigen die Forschungs- und Entwicklungskosten.

Dennoch beansprucht die Personalisierte Medizin für sich, die nationalen Gesundheitsbudgets insgesamt zu entlasten. Wie soll das gehen?

Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man eine Gesamtrechnung anstellt. Wird die Diagnose und Therapie auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt, so ergeben sich positive Kosteneffekte durch eine effektivere Behandlung. Der Patient erfährt eine schnellere Genesung, erspart sich kostspielige Eingriffe, verbringt weniger Zeit im Spital und kann früher wieder seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Es werden seltener (teure) Medikamente verabreicht, die zu keinem Erfolg führen und die Folgekosten von Nebenwirkungen reduzieren sich ebenfalls. Die zusätzliche Investition in innovative Medikamente soll durch diese Einsparungen wettgemacht werden.

Abbildung: Möglicher Nutzen und Kosten durch Pharmakogenomik aus Sicht der Kostenträger3

1 Pharmig, Daten & Fakten 2016, S. 10
2 Pharmig, Daten & Fakten 2016, S. 10
3 Faulkner et al., 2012, S 6.

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