Worum geht´s

Was ist Personalisierte Medizin?

Die richtige Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt. Das ist der Kern der Personalisierten Medizin.

Jeder Mensch reagiert aufgrund individueller genetischer Faktoren bzw. molekularer Eigenschaften anders auf Medikamente. Während der eine etwa auf eine Krebsbehandlung sehr gut anspricht, wirkt die Therapie bei anderen deutlich schwächer oder gar nicht.

Der Kerngedanke der Personalisierten Medizin ist es, dass nicht alle Patienten mit den gleichen Medikamenten behandelt werden, sondern eine für ihre spezifische Krankheitsform maßgeschneiderte Therapie erhalten. Dazu wird mit modernsten Diagnoseverfahren nach der genauen molekularen Ursache der Erkrankung gesucht. Werden bestimmte Merkmale als Ursache der Erkrankung identifiziert, so wird eine Therapie gewählt, die genau bei diesen individuellen Merkmalen bzw. Ursachen ansetzt. Die Therapie ist dadurch individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt.

Die Chance, auf ein Medikament anzusprechen ist deutlich größer, da die Wirkung wesentlich zielgerichteter erfolgt. Gleichzeitig können unerwünschte Nebenwirkungen reduziert werden.

Ein Grundgedanke, viele Begriffe

Die Personalisierte Medizin wird von vielen Experten als die wichtigste Strömung der Medizin des 21. Jahrhunderts angesehen. Neben dem Begriff der Personalisierten Medizin existieren aber auch andere Bezeichnungen, die alle denselben Grundgedanken verfolgen, jedoch unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund stellen: Präzisionsmedizin, individualisierte Medizin, stratifizierte Medizin, zielgerichtete oder maßgeschneiderte Therapie.

Ohne moderne Diagnosemethoden keine Personalisierte Medizin

Hightech-Diagnoseverfahren sind der Schlüssel zum Erfolg der Personalisierten Medizin. Laut der Personalized Medicine Coalition (PMC) würde sich durch den verstärkten Einsatz Personalisierter Medizin z.B. die Anwendung einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen um 34 % reduzieren. Damit stellt sich nicht nur ein besserer Therapieerfolg ein, sondern es werden auch die häufigen und für die Patientinnen sehr belastenden Nebenwirkungen deutlich reduziert.

Über Diagnoseverfahren werden Patienten klassifiziert. Dabei spielen molekulare Diagnoseverfahren wie die PCR (Polymerase Chain Reaction)-Diagnostik oder die Gensequenzierung eine wichtige Rolle. Aus einer Patientenprobe (Blut, Gewebe, Biopsie) werden Biomarker oder spezifische Gendefekte untersucht, um die molekularen Ursachen der Krankheit zu verstehen. Als Biomarker oder biologischer Marker gilt eine Substanz oder eine Veränderung, die gemessen werden kann und Rückschlüsse auf Gesundheit, Krankheit oder den Erfolg einer medikamentösen Behandlung erlaubt. Personalisierte Medizin fokussiert nach aktuellem Begriffsverständnis auf molekulargenetische Biomarker. „Psycho- und Soziomarker“ bleiben – auch wenn deren Relevanz außer Streit steht – zumeist unberücksichtigt.

Sind erst einmal die molekularen Faktoren der Krankheit eines Patienten identifiziert, kann darauf aufbauend eine individuelle Therapie angewendet werden.

Weitere Informationen zur Personalisierten Diagnostik

Kein Allheilmittel

Viel spricht für das massive Engagement in die Personalisierte Medizin, das weltweit beobachtet werden kann. Nicht nur die pharmazeutische und universitäre Forschung, auch Regierungen haben das Potenzial dieser Technologie erkannt und investieren in ihren Fortschritt. So hat die österreichische Regierung Personalisierte Medizin in ihre Life Science Strategie aufgenommen und legt damit die Grundlage für eine gezielte Forschungsförderung.

Dennoch muss festgehalten werden, dass zum heutigen Stand die Personalisierte Medizin kein Allheilmittel ist. Auch wenn zahlreiche Forscher aus allen Bereichen weltweit ihre gesamte Energie in neue personalisierte Therapien investiert, werden wir auch in absehbarer Zukunft nicht alle Erkrankungen heilen können. Nicht zuletzt deshalb ist es auch weiterhin nötig etablierte Therapiekonzepte weiterzuentwickeln und ausreichend Energie in Prävention und Früherkennung zu stecken.

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