Vision

Erst der Anfang

Die Personalisierte Medizin entwickelt sich rasant weiter. Das hat insbesondere mit den Fortschritten in der Informationstechnologie zu tun und den Möglichkeiten, die uns Big Data eröffnet.

Welche Patienten mit welchen genetischen Eigenschaften werden mit welchen Medikamenten und mit welchem Erfolg behandelt? Welche Daten gibt es dazu und was kann man davon ableiten? Da mit zunehmender Fokussierung auf einzelne diagnostische Parameter die Anzahl der Patienten, die diese Eigenschaften haben, immer kleiner wird, braucht es komplexe und international vernetzte IT-Systeme und Strategien. Nur so können die relevanten Daten erfasst und für die Weiterentwicklung der Personalisierten Medizin genutzt werden. Durch die intelligente Nutzung entwickeln wir uns von Big Data zu Smart Data.

Zukunftsvision

Ein Blick in die Zukunft verrät uns, dass bei schweren Krankheiten wie Krebs eine umfassende Untersuchung von genetischen Veränderungen im Tumor selbst vor der Behandlung Standard sein wird. Die digitale Vernetzung der Daten von genetischen Veränderungen im Tumor, über Krankheitsverlauf und Therapieerfolge wird die Forschung, das Arzt-Patienten-Verhältnis und den klinischen Alltag maßgeblich beeinflussen. Die Diagnostik und die Therapie werden noch enger zusammenwachsen.

Derzeit werden die Patientengruppen durch immer präzisere Methoden in der Diagnostik und den damit verbundenen selektiveren Auswahlkriterien für eine Therapieentscheidung zunehmend kleiner. Die Therapie wirkt auch spezifischer und wird für den einzelnen Patienten dadurch wirksamer. Aufgrund der spezifischeren Wirkung der personalisierten Therapie aber auch aufgrund einer punktgenauen Diagnostik können unerwünschte Nebenwirkungen vermieden werden.

Zukunft passiert jetzt

An dieser Entwicklung arbeitet etwa das US-Unternehmen Foundation Medicine. Foundation Medicine ist Marktführer in der onkologischen und hämatologischen molekularen Analyse- und Informationstechnik und hat bereits einige Services und Produkte entwickelt. Im Jahr 2016 startete Roche in Österreich als eines der ersten europäischen Länder mit dem Vertrieb dieser Services. Weltweit wurden im Jahr 2016 rund 41.000 Analysen von Foundation Medicine durchgeführt.

Die Vorgangsweise dieses einzigartigen Ablaufs zeigt sich am besten anhand eines Beispiels: Bei einem Krebspatienten wird eine Tumorgewebeprobe zunächst sequenziert und auf 315 potenziell krebsrelevante Genveränderungen untersucht. Anschließend wird neben einer Literatur- und Wissenschaftsrecherche die weltweit größte Bioinformatikdatenbank mit über 100.000 Tumordaten nach gezielten Therapieoptionen für das vorliegende Tumorprofil durchsucht – auch nach solchen, die sich derzeit in der Entwicklung befinden. Das Ergebnis lässt nur zwei Wochen auf sich warten und ist ein umfassender Befund, der dem Arzt eine fundierte, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für mögliche maßgeschneiderte und vor allem individuelle Behandlungsstrategien für seinen Patienten liefert. Das kann sowohl für Patienten mit bestimmten Krebsformen als auch für deren Angehörige neue Hoffnung bedeuten.

Weniger Nebenwirkungen

Der nahezu unvermeidbare Haarausfall, die typische Nebenwirkung einer klassischen Chemotherapie, wird von vielen Patienten als stigmatisierend empfunden. Zum Haarausfall kommt es, weil einige der in der Chemotherapie eingesetzten Medikamente besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen wirken. Dazu zählen neben den bösartigen Krebszellen auch Zellen der Haarwurzeln. Mit zunehmender Etablierung der Personalisierten Medizin als Alternative zu einer Chemotherapie könnte der Haarausfall und die damit verbundene Stigmatisierung bald der Vergangenheit angehören.

Individuelle Behandlung als Ziel

Schon in naher Zukunft werden wir soweit sein, dass dem einzelnen Patienten eine Personalisierte Medizin im wahrsten Sinne des Wortes zuteilwird, nämlich eine individuelle Behandlung, die exakt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten wird.

Für manche Erkrankungen ist die Zukunftsvision schon Realität. An der Entwicklung weiterer individueller Therapien wird weltweit mit viel Einsatz gearbeitet.

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