Video-Interview

Interview mit Christine Stadler-Häbich

Mag. (FH) Ing.Christine Stadler-Häbich ist verantwortlich für Molecular Solutions bei Roche Diagnostics. Sie spricht darüber, welche Rolle die Diagnostik in der Personalisierten Medizin einnimmt und was wir hier noch erwarten können.

Wenn wir ganz genau wissen wollen, wie eine Krankheit passiert und funktioniert, dann brauchen wir dazu die Diagnostik und deren Technologien.

Das Interview mit Frau Mag. (FH) Ing. Christine Stadler-Häbich zum Nachlesen

In der Diagnostik möchten wir immer genauer wissen, was im Körper des Menschen vor sich geht. Die Therapie eines Krankheitsgeschehens braucht dieses Wissen, um die Behandlung anzupassen. Je moderner und besser die Technologien in der Diagnostik sind, desto gezielter kann diese angepasst werden.

In Österreich haben wir ein sehr gut ausgebautes Gesundheitssystem. Patienten und Angehörige haben in den fast 300 Krankenhäusern und vielen anderen Gesundheitseinrichtungen einen sehr guten Zugang zu diagnostischen Verfahren. Auch die Labormedizin ist bestrebt, den Patienten die bestmögliche Diagnostik zu bieten. In Österreich haben wir ein gutes „Rundum-Paket“.

Nein, überhaupt nicht! Ein Beispiel aus der Onkologie: Lungenkrebs. Früher wurde aus der Lunge eine Biopsie entnommen, um das Gewebe zu untersuchen. Heute haben wir auch die Möglichkeit eine einfache Blutprobe für die Diagnose heranzuziehen, um so die Therapie anpassen zu können. Minimal-invasive Methoden kommen vermehrt zum Einsatz.

Synergie! Wir schaffen es, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten. Das eine bedingt das andere. Wenn ich ganz genau wissen will, wie eine Krankheit passiert und funktioniert, dann brauche ich dazu die Diagnostik und deren Technologien. Für die Entwicklung eines innovativen Therapeutikums muss ich wissen: Wie wirkt es, wo wirkt es am besten und bei welchen Patienten? Um diese Fragen zu beantworten, braucht man auch die Diagnostik. Zusammen versuchen wir das Bestmögliche für Patienten zu schaffen und zu entwickeln – für eine wirklich gute Betreuung der Patienten.

Ein gutes Beispiel ist die Pränatal-Diagnostik, also wenn das Kind noch nicht geboren ist. Untersuchungen kann man über das Blut der Mutter machen und daraus erkennen, ob ein Kind vielleicht eine Trisomie bzw. ein Downsydnrom hat. Früher wurde in der Pränatal-Diagnostik sehr stark invasiv gearbeitet, so wurde zum Beispiel das Fruchtwasser über eine Punktion untersucht oder eine Biopsie entnommen, was unter Umständen auch zu Fehlgeburten führen kann. Jetzt reicht eine Blutprobe der Mutter aus, um eine Trisomie feststellen zu können.

Es ist faszinierend, welche Quantensprünge die Gentechnologie gemacht hat. In der klassischen Sequenzierung hat man früher drei bis vier Wochen gebraucht, bis man zu einem Ergebnis gekommen ist. Heute ist das in ein bis zwei Tagen möglich. Ärzte und Patienten bekommen so, sehr frühzeitig nach einer Untersuchung ein Ergebnis.

Die Sequenzierung war und ist einer der Meilensteine. Wir können damit immer tiefer, genauer und deutlicher die Abläufe betrachten, die innerhalb eines Organismus passieren. Die Sequenzierung wird uns weiter begleiten und damit wird man auch gezielter diagnostizieren können.

Sie haben Wissen! Selbst wenn es noch keine personalisierte Therapie gibt, so haben Sie Wissen darüber, was im Patienten passiert und wie sich sein Krankheitsbild darstellt. Mit einer sehr guten Diagnostik können sie eine sehr gute Diagnose ableiten und dementsprechend auch das Beste für den Patienten tun.

In Österreich ist das Gesundheitswesen sehr gut ausgebaut. Wir haben viele Laboratorien und Laborleiter, die auf höchstem Niveau – State of the Art – arbeiten und die bestrebt sind, Innovation ins Land zu holen. Und wir haben eine gute Infrastruktur. Im Forschungsbereich könnte Österreich noch stärkere Akzente setzen.

Ganz wichtig: Gehen Sie in ein Labor und sehen Sie sich an, wie diese großen automatisierten Maschinen mit höchster Effizienz medizinischen Mehrwert liefern. Sprechen Sie mit Pathologen über Personalisierte Medizin oder sprechen sie mit Bioinformatikern über Smart Data. Auch eine Fachhochschule ist ein Ort, an dem sie erfahren können, wie man mit dem Datenvolumen umgeht, welches in Zukunft für die Medizin immer relevanter wird.

Mag. (FH) Ing. Christine Stadler-Häbich

Christine Stadler-Häbich ist Head of Marketing & Sales bei Roche Diagnostics GmbH. Die in Eisenstadt geborene Managerin absolvierte Ausbildungen zur Biochemikerin und für Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung. Sie begann ihre Berufslaufbahn am Biozentrum auf der Uni Wien und wechselte im Jahr 2000 zu Roche Diagnostics Österreich. Dort konnte sie über mehrere Stationen hinweg ihren Verantwortungsgrad stetig steigern und leitet nun als Prokuristin das Marketing und den Verkauf für Molecular Solutions bei Roche Diagnostics Österreich.
Christine Stadler-Häbich ist 1969 geboren und sieht ihren Sohn als beste Herausforderung und höchste Führungsaufgabe.

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